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Basler Pädophile wollen keine Therapie

Herausgegeben von tinjo in WORTE ZUM TAG · 16/1/2018 15:10:39
Tags: PräventionstherapieHenningHachtelMarcGraf

Basler Pädophile wollen nicht in die Therapie – nur zehn haben sich freiwillig gemeldet


Die Bilanz ist ernüchternd. Seit knapp vier Jahren bieten die Universitären Psychatrischen Kliniken (UPK) eine Präventionstherapie für Pädophile an. Die Idee: Männer mit einer sexuellen Vorliebe für Kinder sollen nicht erst behandelt werden, wenn sie straffällig geworden sind. Die Hoffnung, wonach sich viele Freiwillige melden würden, hat sich nun aber zerschlagen. Lediglich zehn Pädophile haben seit 2014 aus freien Stücken entschieden, sich in Behandlung zu begeben. Henning Hachtel, Leitender Arzt der UPK-Erwachsenforensik, räumt ein, dass er sich vom Pilotprojekt mehr erwünscht hätte."

Hachtel meint, die Hemmschwelle sei grösser als gedacht. Es gab zwar 50 Anfragen für die neuen Therapiemöglichkeiten, aber meist seien es Angehörige von Pädophilen gewesen. Er meint, die Präventionstherapie hätte an sich eine grosse Klientel, denn rund ein Prozent der Männer hätten auf Kinder ausgerichtete sexuelle Fantasien. Allerdings scheine der Leidensdruck nicht genügend gross zu sein, sich in die Therapie zu begeben. Das grosse Problem sei das Schamgefühl der Betroffenen.
Was ihm - und kaum einem offziell anerkannten Experten in den Sinn kommt (oder sich getraut, es offen auszusprechen) - dass eben nicht alle Kinder so reagieren, wie es die Erwachsenen wollen.
Wann endlich werden sich auch anerkannte Experten dazu durchringen, Kinder und ihre Ansichten und Wünsche unvoreingenommen anzuhören und einzugestehen, dass nicht alles, was generell als "Missbrauch" gedeutet und verurteilt wird, wirklich schädlich ist und vom Kind so empfunden wird. Es gibt keine unumstösslich alleingültige Wahrheit, dass jeder sexuelle Kontakt zwischen einem Kind und einem Erwachsenen negative (Spät)-Schädigung für ein Kind zur Folge hat.  

Man weiss zwar dass sich auch mit Therapien sexuelle Präferenzen nicht ändern lassen und sieht das Ziel darin, das Rückfallrisiko von Straftätern zu senken.
Das Problem aller Therapieangebote liegt aber darin, dass sich die Telnehmer darin einig sein müssen, bzw. ihnen als unabdingbares Ziel nahegelegt wird, jeden sexuellen Kontakt mit einem Kind (auch über Bilder) zu unterlassen. So lange in den Therapien unweigerlich davon ausgegangen wird, dass Pädophile letztlich "keusch" leben müssen, bzw. sich mit Selbstbefriedigung zufrieden geben müssen, (wobei ihnen auch verboten wird, sich wenigstens mit einem bildlichen Ersatz entsprechende Lust zu verschaffen...), wird sich das Angebot immer nur an einen ganz kleinen Kreis wenden.
Es wird zudem weiter den Nebeneffekt haben, dass dabei manche wirklich gefährlichen Sexualtäter (von denen die wenigsten als wirklich "pädophil" bezeichnet werden können) noch verschwiegener und damit noch gefährlicher für das Kind ihrem Triebleben nachgehen.
Dass in schwerwiegenden Fällen nur eine medikamentöse Therapie helfe, mag zutreffen. Nur müsste dann auch wirklich untersucht werden, ob damit einfach eine vermutete Gefahr aus der Welt geschafft werden will, oder ob es im Wunsche und im Interesse des Patienten liegt.
Zudem müsste ja zuerst einmal klar sein, ob der "Patient" sich wirklich als solcher empfindet, oder ob er nicht von Theraeuten mit entsprechender "Gehirnwäsche" so behandelt wird, dass er sich als "karnk" empfindet und somit die Bereitschaft zeigt, sich sogar medikamentös behandeln zu lassen.

In England und Holland würden Pädophilentherapien anonym durchgeführt und von Stiftungen finanziert, während hier einfach niemand bereit sei, das zu finanzieren, was eigentlich notwendig wäre...

Was aber wirklich notwendig wäre: Eine Auseinandersetzung mit dem Thema "Pädophilie" ohne Scheuklappen und unbewiesene Prämissen, die so betrachtet werden als handle es sich dabei um ein Axiom, - z.B. dass jeder sexuelle Kontakt zwischen einem Kind und einem Erwachsenen (wo fängt dieser an...?) für das Kind schädigend wirkt.

Auf diesen Bericht wurde ich von "K13" aufmerksam gemacht. Dort wird auch auf ein Interview mit dem Direktor der Universitären Psychatrischen Kliniken (UPK), Basel hingewiesen.
Bei diesem Interview macht mich schon der Text zum Portraitbild von Direktor Graf stutzig:
«Beim Persönlichkeitsstil von pädophilen Männern fällt etwas besonders auf: ein niedriges Selbstvertrauen in sexuellen Belangen», sagt der forensische Psychiater Marc Graf.

Darin mag er recht haben, wenn er unter "pädophilen Männern" jene versteht, mit denen er und andere Therapeuten sich abgeben. Wie sollen sich diese ein Selbstvertrauen erarbeiten, wenn als Voraussetzung gefordert wird, dass sie das Wichtigste, was sie (nicht nur...) auf sexuellem Gebiet interessiert, meiden müssen: Kinder!
Auch seine erste Aussage im Interview kann von unvoreingenommenen Menschen so nicht als "Regel" verstanden werden:
In aller Regel entwickelt jemand eine pädosexuelle Veranlagung auf dem Boden einer spezifischen Persönlichkeitsentwicklung und weil er Schwierigkeiten und Ängste im Umgang mit Erwachsenen hat."  
Weiter unten im Interview sagt es Graf noch deutlicher: "Beim Persönlichkeitsstil von pädophilen Männern fällt etwas besonders auf: ein niedriges Selbstvertrauen in sexuellen Belangen. Sie können sich nicht vorstellen, dass sie für eine erwachsene Frau oder einen erwachsenen Mann sexuell attraktiv sind. Sie fühlen sich diesbezüglich minderwertig."
Das könne auch die Folge davon sein, wenn "beispielsweise eine Mutter während der Schwangerschaft eine stressige Umgebung hat," und sie "diese Angst – Stress ist ja nichts anderes als Angst – ans Kind weitergebe".
Auch weist er - wie fast alle anerkannten "Experten" - darauf hin, dass "Täter" sehr oft selbst als Kinder missbraucht wurden.

Das trifft aber viel eher bei nichtpädophilen ehemaligen "Opfern" zu, was wiederum darauf hinweist, dass weder die meisten "Täter" noch "Opfer" etwas mit wirklicher Pädophilie zu tun haben.

Er weist darauf hin, wie schlimm es für einen jungen Mann ist, wenn er merkt, dass strafrechtlich verboten ist, was ihn sexuell reizt und er keine legale Möglichkeit hat, seine Sexualität auszuleben.
An dieser Stelle des Interviews wrd auf ein weiteres Interview aufmerksam gemacht, das die "Tages Woche" mit einem verurteilten Pädophilen geführt hat. Daraus nur ein kleines Zitat des Interviewten:
"
"Die Gesellschaft ist überzeugt, dass ein Pädophiler nur Sex möchte – dem ist aber nicht so. Ich machte mich nicht auf Spielplätzen oder in Gartenbädern an Kinder heran und ging dann mit ihnen hinter den nächsten Busch. Für mich war es immer wichtig, eine Beziehung und Nähe zu den Jungen aufzubauen, Freundschaften, die weit über die sexuellen Handlungen hinausgehen. Wenn die Knaben etwa Streit mit den Eltern hatten, erzählten sie mir davon. Ich als Pädophiler habe eine sehr nahe Beziehung zu Kindern, das können Menschen ohne diese Neigung nicht verstehen."
Diese Aussage kann ich voll unterschreiben und wahrscheinlich mit mir fast alle wirklich pädophil Empfindenden.
Was aber die Interviewer dabei dachten, entspricht wieder dem immer gleichen Cliché:
"Nein, das können wir Menschen ohne diese Neigung nicht verstehen. Dass es ihm nicht so schwer gefallen sein muss, das Vertrauen der Kinder zu erlangen, schon eher."
Es wird also vorausgesetzt, dass Kinder von sich aus eher abweisend reagieren, wenn ein "fremder" Erwachsener sich um ihre Sorgen kümmert.
So wirkt es auf die Interviewer eher befremdlich, dass dieser, "wenn man vom Inhalt seiner Worte absieht, ein angenehmer, sehr aufmerksamer und freundlicher Gesprächspartner – einer," ist "der wohl auch gut zuhören und einfühlsam wirken kann."
Es läuft auch in diesem Interview darauf heraus, dass dieser "Pädophile" eben ein zu Recht verurteilter Straftäter ist, dessen Worte man nur mit grossem Vorbehalt aufnehmen kann.
Doch zurück zu Direktor Graf:
Er bekennt zwar: "pädophile Männer tun mir wegen ihrer Veranlagung und Einsamkeit leid", aber er sagt in Bezug auf den interviewten Pädophilen: "Ich bin gespalten. Einerseits habe ich Mitgefühl mit besagtem Straftäter, weil er unter seiner Pädophilie leidet. Andererseits macht mich seine fehlende Schuldeinsicht wütend. Er sagt, die Gesellschaft würde die kindliche Sexualität tabuisieren. Einer der Knaben habe den sexuellen Kontakt richtiggehend eingefordert.
Dazu hat er wieder seine Meinung, die von nie hinterfragten Vorurteilen (und der Ignoranz von Aussagen nicht anerkannter, aber ernsthaft forschender Fachleute) geprägt ist:
"Das ist Quatsch. Es gibt eine kindliche Sexualität, aber die ist eine ganz andere als die erwachsene. Dabei bringen die Täter die Kinder zu gegenseitigem Oral- und Analverkehr und penetrieren sie mit Gegenständen. Die Forschung zeigt klar, dass das – neben dem schweren Vertrauensmissbrauch – den Kindern schadet. Es gibt keine Daten, die etwas anderes zeigen."
Doch, es gibt sehr wohl Daten und Forschungsergebnisse, die "etwas anderes" zeigen.
Er aber meint, es sei "doppelt traurig: Kinder, die zu wenig Liebe und Aufmerksamkeit bekommen, sind bedürftig und somit leichte Opfer für pädophile Täter. Also genau die Kinder, die es ohnehin schon schwierig haben, werden dann noch missbraucht – von jemandem, bei dem sie Liebe suchen."
Er  spricht als einem "Pädophilen" jedes echte Einfühlungsvemögen in ein Kind ab und geht davon aus, dass kein einziges Kind Interesse oder Lust darauf hat, mit einem Erwachsenen sexuelle Erfahrungen zu machen. Zeigt ein Kind daran Interesse, ist es "frühsexualisiert" worden und somit "missbraucht"...
Nach einem Exkurs Richtung "me-Too"- Problematik wird Graf gefragt, ob er Klienten, von denen er annehmen muss, dass sie nächstens ein Kind "missbrauchen" werden, der Polizei melden würde,  auch wenn er unter ärztlicher Schiweigpflicht stehe:
Seine Antwort: "Wir haben hier die Praxis, dass wir dann Meldung machen. Wir stehen zwar unter Schweigepflicht, aber das Strafgesetzbuch berechtigt Ärzte, Anwälte und Pfarrer, die Schweigepflicht zu brechen, wenn es um Straftaten an Minderjährigen geht."
Auf die Nachfrage. "Sind Sie  berechtigt oder verpflichtet, es zu melden?" sagt er:
"Berechtigt. Wir müssen die Schweigepflicht nicht brechen, aber wir tun es selbstverständlich. Eine Therapie darf nie zum Deckmantel eines Missbrauchs werden."

«Meistens erkennt man die eigenen Fehler nicht selber, dafür braucht es jemand von aussen.»"
Es wäre gut, würden auch anerkannte Fachleute sich öfter hinterfragen oder hinterfragen lassen...



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